Vom Samen zum Brett

Apr 28, 2016 von

Vom Samen zum Brett

Er ist einer der beliebtesten Rohstoffe, die es gibt und fast jeder besitzt irgendetwas, das daraus gefertigt ist: Die Rede ist von Holz. Unzählige Arten in verschiedenen Optiken, Härtegraden und Verwendungsmöglichkeiten erlauben die Fertigung von verschiedensten Gegenständen, vom Fußboden bis hin zur Armbanduhr. 

Doch wie entsteht das begehrte Material eigentlich genau? 

Fast ein Drittel Deutschlands ist bewaldet – das entspricht einer Fläche von 11,4 Mio. ha. Die Gewinnung des Holzes liegt in der Verantwortung der Forstwirtschaft, deren Ziel es ist, Holz mit möglichst guter Qualität zu erzeugen. Dafür müssen stabile und standortangepasste Baumbestände über Jahrzehnte hinweg intensiv gepflegt und betreut werden.

Im ersten Schritt werden alte Baumbestände aufgelockert, damit sich junge Bäume durch natürliche Ansamung entwickeln können. Auf Freiflächen werden ebenfalls Jungpflanzen mit guten Erbeigenschaften gepflanzt. Wichtig ist die dichte Bepflanzung. Hier trennt sich bereits die Spreu vom Weizen, denn nur die am schnellsten wachsenden überleben. Außerdem sterben Zweige im unteren Bereich nach und nach ab, die sich später zu hässlichen Astlöchern entwickeln könnten. Die ist entscheidend für die Qualität des Holzes, denn nur aus langen, astfreien und geraden Stämmen kann später wertvolles Schnitt- und Furnierholz gewonnen werden.

Ein ständiger Konkurrenzkampf 

Besonders heftig ist der Konkurrenzkampf zwischen den „Teenagern“ und „Twens“ unter den Bäumen. Nun sind die dünnen Zweige weitgehend schon abgefallen. In dieser Phase kann und muss nicht viel eingegriffen werden durch die Forstleute, denn die Bäume entwickeln sich von alleine.

Ungefähr ab dem 30. Lebensjahr des Waldbestandes wird „durchforstet“, das heißt, die Bäume werden selektiert. Bäume mit geradem Stamm und schöner Krone bleiben stehen, schlechtere Exemplare, die den besseren Wasser, Nährstoffe und Licht streitig machen würden, werden ausgesondert und abgeholzt. Ihr Holz, das zum Sägen zu dünn wäre, wird meistens zu Papier oder Spanplatten verarbeitet.

Gut Ding will Weile haben

Das Wachstum der qualitativ hochwertigen Bäume braucht seine Zeit: Erst 80 bis 250 Jahre nach der Ansamung oder Pflanzung können Stämme mit großem Durchmesser und höchster Qualität „geerntet“ werden. Kahlschläge werden in Deutschland allerdings weitgehend vermieden. Man versucht vielmehr, den Wechsel in die nächste Baumgeneration durch die stückweise Entnahme älterer Stämme über einen Zeitraum von 10 bis 30 Jahren zu organisieren.

Durch die nachhaltige Bewirtschaftung der deutschen Forstwirtschaft haben die Waldflächen in Deutschland stetig zugenommen. Besonders das Prinzip „Schützen durch Nützen“ bewährt sich dabei. Man setzt einerseits auf verantwortungsvolle Bewirtschaftung, andererseits öffnet man den Wald vorsichtig für Erholung, Freizeit und Sport. So gewinnt er auch in den Augen der Menschen ständig an Wert. Dies ist die beste Garantie für seinen Erhalt.

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