Von der Natur ins Wohnzimmer – Die Herstellung von Parkett

Feb 5, 2016 von

Von der Natur ins Wohnzimmer – Die Herstellung von Parkett

Parkett ist ein Fußbodenbelag, der hergestellt wird, um höchsten Ansprüchen zu genügen. Das Holz, das dafür verwendet wird, stammt in der Regel von Laubbäumen, gerne verwendet man beispielsweise die Hölzer von Akazien, Hainbuchen, Edelkastanien oder auch Obstbäumen, wie Apfel- oder Birnbaum. Wer es besonders exotisch möchte, verwendet außereuropäische Hölzer, hier bieten etwa Teak, Palisander oder Eukalyptus eine interessante Abwechslung. Eine Eigenschaft haben diese Hölzer alle gemeinsam: Es sind robuste Harthölzer, die auch großen Belastungen standhalten. Den Härtegrad des Holzes misst man übrigens in der Einheit Brinell.

Die Herstellung des Parketts beginnt mit der monatelangen Trocknung, bei der die Hölzer ihre Feuchtigkeit zu einem großen Teil abgeben. Schließlich wird das Holz in Stücke gesägt, wobei der genaue Schnitt mit modernsten Mitteln überwacht wird, damit so wenig Abfall entsteht, wie möglich, denn bestimmte Teile des Baumes, z.B. die Rinde oder der Kern des Stammes, können nicht zur Parkettherstellung verwendet werden.

Nun erfolgt der nächste Schritt, die Trocknung in einem speziellen Raum. Hier werden die Holzteile auf die optimale Verlegefeuchtigkeit getrocknet, damit später durch zu hohen oder zu geringen Wasseranteil im Holz keine Schäden entstehen können.

Eine Sortierung entscheidet schließlich, welche Art von Parkett aus den fertigen Brettern entsteht. Besonders gleichmäßige Holzstücke werden zu Massivparkett, beispielsweise zu edlen Landhausdielen, andere Holzteile werden zu Stäben verarbeitet, die später nach verschiedenen Mustern wieder zusammengesetzt werden. Dabei wird streng darauf geachtet, dass die Holzfaser immer horizontal liegt.

An dieser Stelle endet die Produktionskette des Massivparketts, der nur aus einer einzigen massiven Holzschicht besteht. Für den Mehrschichtparkett folgen weitere Verarbeitungsschritte, zunächst der endgültige Zuschnitt, bei dem die Bretter außerdem gesäumt werden, also einen geraden Rand erhalten. Sie werden aufgeschnitten und hieraus entsteht die Deckschicht, auf der man später laufen wird. Auch bei diesem Verarbeitungsschritt spielt die Luftfeuchtigkeit wieder eine wichtige Rolle: Das Holz darf nicht weiter austrocknen und wird mit Hilfe von Luftbefeuchtern in einer konstanten Feuchtigkeit von 50 % gehalten.

Parkett braucht tragfähigen Untergrund

Nach einer umfangreichen Qualitätsprüfung auf schadhafte Stellen, beispielsweise Risse oder Astlöcher, wird aus dem Holzbrett der beliebte Mehrschichtparkett, der, wie der Name verrät, aus mehreren Schichten besteht: Unter der genannten Deckschicht oder Nutzschicht verbirgt sich die Trägerschicht, auch Mittellage genannt, eine Platte, die aus verschiedenen Materialien bestehen kann, beispielsweise aus mit Leim verklebten, verdichteten Holzfasern oder querverleimten Nadelholzstäbchen, zum Beispiel aus dem Holz der Fichte. Die dritte Schicht stellt der so genannte Gegenzug, auch Rückzugsfurnier genannt, dar. Sie sorgt für die Formstabilität, indem sie das natürliche Quell- und Schwindverhalten des Holzes reduziert. Dies ist nötig, da Holz ein Naturprodukt ist, das stark auf Klimaveränderungen reagiert. In einer Maschine werden die drei Schichten erhitzt und verleimt. Sobald der Leim ausgehärtet ist, sind sie fest miteinander verbunden.

Da sich ein Parkettfußboden  oft aus kleinteiligen Holzstücken aufbaut, benötigt er einen tragfähigen Untergrund. Dieser bietet gleichzeitig den Vorteil, dass sich nicht so leicht Fugen bilden können.

Mit der richtigen Pflege bleibt ein Parkettfußboden ein langjähriger Begleiter, denn durch Schleifen und Versiegeln kann er üblicherweise mehrfach renoviert werden, wie jahrhundertealte Parkettböden in Schlössern heute noch eindrucksvoll beweisen.

Doch nicht nur dem Auge, auch der Gesundheit wird mit der Verwendung des edlen Fußbodens Genüge getan: Da Holz ein Baustoff ist, der in der Lage ist, Feuchtigkeit von außen aufzunehmen und zu binden, sie bei Bedarf aber auch wieder abzugeben, erzielt man durch das Verlegen von Parkett eine angenehme, raumklimaregulierende Wirkung. Außerdem kommt dem Bodenbelag durch seine geschlossenen Flächen ein hoher Hygienefaktor zu, der ihn auch für Allergiker zum idealen Einrichtungsgegenstand macht.

Eines gilt es jedoch zu bachten: Bedingt durch seine hygroskopischen Eigenschaften eignet sich Parkett ausschließlich zur Verwendung in geschlossenen Gebäuden.

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